Resilienz

In Unternehmen nehmen Komplexität, Veränderungen durch Um- und Neustrukturierungen und unvorhergesehene Entwicklungen zu und fordern von den Führungskräften und Mitarbeitenden flexible Handlungsfähigkeiten. Warum können manche Unternehmen besser mit strategischen Umbrüchen und Übergangsphasen umgehen als andere?  Und wie kommt es, dass manche Menschen besser mit schwierigen Situationen umgehen können als andere, einige ins Burnout schlittern, andere jedoch nichts aus der Bahn wirft?

In der Psychologie kommt in diesem Zusammenhang oft der Begriff «Resilienz» auf, was die seelische Widerstandskraft bezeichnet. Es geht auf der individuellen Ebene um die Fähigkeit, trotz Belastungen gesund zu bleiben, aber auch die Fähigkeit, Krisen oder traumatischen Erfahrungen zu trotzen oder sogar daran zu wachsen. Als Sinnbild können Stehaufmännchen oder Bambushalme dienen, die dem Druck nachgeben und sich nach der Krise wieder aufrichten, anstatt zu zerbrechen. Resilienz ist nicht angeboren, sondern kann individuell erlernt werden. Die Voraussetzungen, Schlüsselfaktoren für Resilienz zu erwerben, erhalten wir normalerweise schon in der Kindheit. Beispielsweise ist die emotionale Bindung zu mindestens einem Familienmitglied, die positive Erfahrung von Akzeptanz, Respekt und Unterstützung relevant. Aber selbst wenn diese Voraussetzungen in der Kindheit kaum gegeben waren, haben wir die Möglichkeit, innere Stärke zu entwickeln.

Auf der organisationalen Ebene ist die Stärkung von Führungskräften und Teams wichtig, damit sie in unklaren, unsicheren und verwirrenden Situationen selbstbestimmt, flexibel und risikofreudig agieren. Ebenso braucht es eine experimentier- und entscheidungsfreudige Organisationskultur, um auch in widrigen Zeiten auf Kurs zu bleiben und zu erstarken.